Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schlafstörungen oder gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Schlafmediziner.

Schnarchen

Schnarchen entsteht durch Vibrationen im Rachenraum und kann ein Hinweis auf Schlafapnoe sein.

Dr. med. Sarah Weber
Aktualisiert: 29.1.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • 4 typische Symptome
  • • Behandelbar durch 4 verschiedene Therapieansätze
  • • Bei anhaltenden Beschwerden: Arztbesuch empfohlen

Schnarchen ist ein weit verbreitetes Phänomen - etwa 40% der Männer und 24% der Frauen schnarchen regelmäßig. Während einfaches Schnarchen meist harmlos ist, kann es ein Anzeichen für die ernst zu nehmende Schlafapnoe sein.

Was passiert beim Schnarchen?

Beim Schlafen entspannen sich die Muskeln im Rachenraum. Dadurch verengen sich die Atemwege. Die einströmende Luft bringt das weiche Gewebe zum Vibrieren - das typische Schnarchgeräusch entsteht.

Einfaches Schnarchen vs. Schlafapnoe

Einfaches (primäres) Schnarchen - Gleichmäßiges Schnarchen ohne Atempausen - Kein Aufwachen durch Luftnot - Keine ausgeprägte Tagesmüdigkeit - Partner wird gestört, Schnarcher selbst nicht

Schnarchen mit Schlafapnoe - Unregelmäßiges Schnarchen mit Pausen - Würgen oder Schnappen nach Luft - Starke Tagesmüdigkeit - Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Symptome

1
Hörbares Atemgeräusch im Schlaf
2
Trockener Mund morgens
3
Leichte Halsschmerzen nach dem Aufwachen
4
Schlafstörungen des Partners

Ursachen

  • Anatomie (enger Rachenraum, große Mandeln)
  • Übergewicht
  • Alkoholkonsum
  • Verstopfte Nase (Allergie, Erkältung)
  • Rückenlage beim Schlafen
  • Alter (Gewebeelastizität nimmt ab)
  • Rauchen
  • Bestimmte Medikamente (Beruhigungsmittel)

Behandlung

Lifestyle-Änderungen

Gewichtsabnahme, Alkoholverzicht am Abend, Rauchstopp können Schnarchen deutlich reduzieren.

Wirksamkeit: Mittel bis Hoch

Seitenlage

Schlafen in Seitenlage verhindert das Zurückfallen der Zunge. Spezielle Kissen oder Rückenlagen-Verhinderungs-Westen können helfen.

Wirksamkeit: Mittel

Nasenstrips/Nasenspreizer

Erweitern die Nasenwege und erleichtern die Nasenatmung.

Wirksamkeit: Gering bis Mittel

Anti-Schnarch-Schiene

Vom Zahnarzt angepasste Schiene, die den Unterkiefer leicht nach vorne verlagert.

Wirksamkeit: Mittel bis Hoch

Risikofaktoren

Männliches GeschlechtÜbergewichtAlter über 40Enge AtemwegeChronische NasenverstopfungFamiliengeschichte

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • Atempausen während des Schnarchens
  • Tagesmüdigkeit trotz ausreichend Schlaf
  • Aufwachen mit Luftnot
  • Morgendliche Kopfschmerzen
  • Konzentrationsprobleme

Quellen

  • [1] Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
  • [2] HNO-Ärzte im Netz

Autor

Dr. med. Sarah Weber

Schlafmedizinerin

Dr. Weber ist Fachärztin für Neurologie mit Schwerpunkt Schlafmedizin.

Aktualisiert: 29. Januar 2026