Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schlafstörungen oder gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Schlafmediziner.

Insomnie (Schlaflosigkeit)

Insomnie ist die häufigste Schlafstörung und bezeichnet Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen.

Dr. med. Sarah Weber
Geprüft: Prof. Dr. Michael Schulz
Aktualisiert: 29.1.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • 8 typische Symptome
  • • Behandelbar durch 4 verschiedene Therapieansätze
  • • Bei anhaltenden Beschwerden: Arztbesuch empfohlen

Insomnie, auch als Schlaflosigkeit bekannt, ist die häufigste Schlafstörung weltweit. Etwa 10-15% der Erwachsenen leiden unter chronischer Insomnie, während bis zu 30% gelegentlich betroffen sind.

Was ist Insomnie?

Insomnie bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafen oder zu frühes Aufwachen, obwohl ausreichend Zeit und Gelegenheit zum Schlafen besteht. Die Folge ist eine beeinträchtigte Tagesbefindlichkeit.

Arten von Insomnie

Akute Insomnie Kurzfristige Schlaflosigkeit, die weniger als 3 Monate andauert. Häufig ausgelöst durch: - Stress oder belastende Lebensereignisse - Reisen und Zeitzonenänderungen - Akute Erkrankungen - Änderungen der Schlafumgebung

Chronische Insomnie Schlafprobleme, die mindestens 3 Mal pro Woche über 3 Monate oder länger auftreten.

Symptome

1
Schwierigkeiten beim Einschlafen (>30 Minuten)
2
Häufiges Aufwachen in der Nacht
3
Zu frühes Erwachen am Morgen
4
Nicht erholsamer Schlaf
5
Tagesmüdigkeit und Erschöpfung
6
Konzentrationsschwierigkeiten
7
Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
8
Sorgen über den Schlaf

Ursachen

  • Stress und psychische Belastung
  • Angststörungen und Depression
  • Unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Koffein, Alkohol, Nikotin
  • Medikamente (Nebenwirkungen)
  • Chronische Schmerzen
  • Andere Schlafstörungen (z.B. Schlafapnoe)
  • Hormonelle Veränderungen

Behandlung

Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I)

Die wirksamste Behandlung für chronische Insomnie. Kombiniert Schlafhygiene, Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion und kognitive Techniken.

Wirksamkeit: Sehr hoch - Erstlinientherapie

Schlafhygiene

Optimierung der Schlafumgebung und Gewohnheiten: dunkles, kühles Schlafzimmer, regelmäßige Schlafzeiten, Vermeidung von Bildschirmen vor dem Schlafen.

Wirksamkeit: Mittel - als Einzelmaßnahme oft nicht ausreichend

Entspannungstechniken

Progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Meditation und Achtsamkeit können beim Einschlafen helfen.

Wirksamkeit: Mittel bis Hoch

Medikamente

Schlafmittel sollten nur kurzfristig und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. Langfristig kann Abhängigkeit entstehen.

Wirksamkeit: Kurzfristig hoch, langfristig problematisch

Risikofaktoren

Weibliches Geschlecht (1,5x höheres Risiko)Alter über 60 JahrePsychische ErkrankungenSchichtarbeitChronische ErkrankungenHoher Stress

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • Schlafprobleme dauern länger als 4 Wochen
  • Starke Beeinträchtigung des Alltags
  • Einschlafprobleme trotz starker Müdigkeit
  • Verdacht auf andere Schlafstörungen
  • Nebenwirkungen von Schlafmitteln

Quellen

  • [1] Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
  • [2] S3-Leitlinie "Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen"
  • [3] American Academy of Sleep Medicine

Autor

Dr. med. Sarah Weber

Schlafmedizinerin

Dr. Weber ist Fachärztin für Neurologie mit Schwerpunkt Schlafmedizin.

Medizinisch geprüft

Prof. Dr. Michael Schulz

Chefarzt Schlafmedizin

Prof. Schulz leitet das Schlaflabor der Universitätsklinik München.

Aktualisiert: 29. Januar 2026