Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schlafstörungen oder gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Schlafmediziner.
Insomnie (Schlaflosigkeit)
Insomnie ist die häufigste Schlafstörung und bezeichnet Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen.
Das Wichtigste in Kürze
- • 8 typische Symptome
- • Behandelbar durch 4 verschiedene Therapieansätze
- • Bei anhaltenden Beschwerden: Arztbesuch empfohlen
Insomnie, auch als Schlaflosigkeit bekannt, ist die häufigste Schlafstörung weltweit. Etwa 10-15% der Erwachsenen leiden unter chronischer Insomnie, während bis zu 30% gelegentlich betroffen sind.
Was ist Insomnie?
Insomnie bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten beim Einschlafen, Durchschlafen oder zu frühes Aufwachen, obwohl ausreichend Zeit und Gelegenheit zum Schlafen besteht. Die Folge ist eine beeinträchtigte Tagesbefindlichkeit.
Arten von Insomnie
Akute Insomnie Kurzfristige Schlaflosigkeit, die weniger als 3 Monate andauert. Häufig ausgelöst durch: - Stress oder belastende Lebensereignisse - Reisen und Zeitzonenänderungen - Akute Erkrankungen - Änderungen der Schlafumgebung
Chronische Insomnie Schlafprobleme, die mindestens 3 Mal pro Woche über 3 Monate oder länger auftreten.
Symptome
Ursachen
- Stress und psychische Belastung
- Angststörungen und Depression
- Unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
- Koffein, Alkohol, Nikotin
- Medikamente (Nebenwirkungen)
- Chronische Schmerzen
- Andere Schlafstörungen (z.B. Schlafapnoe)
- Hormonelle Veränderungen
Behandlung
Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I)
Die wirksamste Behandlung für chronische Insomnie. Kombiniert Schlafhygiene, Stimuluskontrolle, Schlafrestriktion und kognitive Techniken.
Schlafhygiene
Optimierung der Schlafumgebung und Gewohnheiten: dunkles, kühles Schlafzimmer, regelmäßige Schlafzeiten, Vermeidung von Bildschirmen vor dem Schlafen.
Entspannungstechniken
Progressive Muskelentspannung, Atemübungen, Meditation und Achtsamkeit können beim Einschlafen helfen.
Medikamente
Schlafmittel sollten nur kurzfristig und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden. Langfristig kann Abhängigkeit entstehen.
Risikofaktoren
Wann zum Arzt?
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:
- •Schlafprobleme dauern länger als 4 Wochen
- •Starke Beeinträchtigung des Alltags
- •Einschlafprobleme trotz starker Müdigkeit
- •Verdacht auf andere Schlafstörungen
- •Nebenwirkungen von Schlafmitteln
Quellen
- [1] Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
- [2] S3-Leitlinie "Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen"
- [3] American Academy of Sleep Medicine
Autor
Dr. med. Sarah Weber
Schlafmedizinerin
Dr. Weber ist Fachärztin für Neurologie mit Schwerpunkt Schlafmedizin.
Medizinisch geprüft
Prof. Dr. Michael Schulz
Chefarzt Schlafmedizin
Prof. Schulz leitet das Schlaflabor der Universitätsklinik München.