Medizinischer Hinweis
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schlafstörungen oder gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Schlafmediziner.
Schlafapnoe
Schlafapnoe ist eine ernste Schlafstörung mit Atemaussetzern während des Schlafs.
Das Wichtigste in Kürze
- • 9 typische Symptome
- • Behandelbar durch 5 verschiedene Therapieansätze
- • Bei anhaltenden Beschwerden: Arztbesuch empfohlen
Schlafapnoe ist eine ernstzunehmende Schlafstörung, bei der die Atmung während des Schlafs wiederholt aussetzt. Diese Atemaussetzer können bis zu einer Minute dauern und mehrere hundert Mal pro Nacht auftreten.
Was ist Schlafapnoe?
Bei der Schlafapnoe erschlaffen die Muskeln im Rachenraum während des Schlafs so stark, dass die Atemwege blockiert werden. Der Körper reagiert mit einer Weckreaktion, um die Atmung wieder zu ermöglichen - oft ohne dass der Betroffene dies bewusst wahrnimmt.
Arten von Schlafapnoe
Obstruktive Schlafapnoe (OSA) Die häufigste Form (84%). Die Atemwege werden durch erschlaffte Rachenmuskulatur blockiert.
Zentrale Schlafapnoe Seltener (0,9%). Das Gehirn sendet keine korrekten Signale an die Atemmuskulatur.
Gemischte Schlafapnoe Kombination aus obstruktiver und zentraler Schlafapnoe.
Symptome
Ursachen
- Übergewicht und Adipositas
- Anatomische Besonderheiten (enger Rachenraum)
- Alter (Risiko steigt ab 40)
- Männliches Geschlecht
- Alkoholkonsum vor dem Schlafen
- Rauchen
- Genetische Veranlagung
- Bestimmte Medikamente
Behandlung
CPAP-Therapie
Continuous Positive Airway Pressure - eine Atemmaske hält die Atemwege durch leichten Überdruck offen. Goldstandard der Behandlung.
Gewichtsreduktion
Bei übergewichtigen Patienten kann eine Gewichtsabnahme von 10-15% die Apnoe-Schwere um bis zu 50% reduzieren.
Unterkieferprotrusionsschiene
Eine zahnärztlich angepasste Schiene schiebt den Unterkiefer nach vorne und hält so die Atemwege offen.
Lagetherapie
Vermeidung der Rückenlage durch spezielle Kissen oder Westen bei lageabhängiger Schlafapnoe.
Operation
Verschiedene chirurgische Eingriffe zur Erweiterung der Atemwege, z.B. UPPP oder Zungenschrittmacher.
Risikofaktoren
Wann zum Arzt?
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:
- •Partner beobachtet Atemaussetzer
- •Lautes Schnarchen mit Pausen
- •Extreme Tagesmüdigkeit
- •Einschlafen am Steuer oder bei der Arbeit
- •Morgendliche Kopfschmerzen
- •Hoher Blutdruck
Quellen
- [1] Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
- [2] S3-Leitlinie "Schlafbezogene Atmungsstörungen"
- [3] American Academy of Sleep Medicine
Autor
Dr. med. Sarah Weber
Schlafmedizinerin
Dr. Weber ist Fachärztin für Neurologie mit Schwerpunkt Schlafmedizin.
Medizinisch geprüft
Prof. Dr. Michael Schulz
Chefarzt Schlafmedizin
Prof. Schulz leitet das Schlaflabor der Universitätsklinik München.