Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schlafstörungen oder gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Schlafmediziner.

Schlafapnoe

Schlafapnoe ist eine ernste Schlafstörung mit Atemaussetzern während des Schlafs.

Dr. med. Sarah Weber
Geprüft: Prof. Dr. Michael Schulz
Aktualisiert: 29.1.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • 9 typische Symptome
  • • Behandelbar durch 5 verschiedene Therapieansätze
  • • Bei anhaltenden Beschwerden: Arztbesuch empfohlen

Schlafapnoe ist eine ernstzunehmende Schlafstörung, bei der die Atmung während des Schlafs wiederholt aussetzt. Diese Atemaussetzer können bis zu einer Minute dauern und mehrere hundert Mal pro Nacht auftreten.

Was ist Schlafapnoe?

Bei der Schlafapnoe erschlaffen die Muskeln im Rachenraum während des Schlafs so stark, dass die Atemwege blockiert werden. Der Körper reagiert mit einer Weckreaktion, um die Atmung wieder zu ermöglichen - oft ohne dass der Betroffene dies bewusst wahrnimmt.

Arten von Schlafapnoe

Obstruktive Schlafapnoe (OSA) Die häufigste Form (84%). Die Atemwege werden durch erschlaffte Rachenmuskulatur blockiert.

Zentrale Schlafapnoe Seltener (0,9%). Das Gehirn sendet keine korrekten Signale an die Atemmuskulatur.

Gemischte Schlafapnoe Kombination aus obstruktiver und zentraler Schlafapnoe.

Symptome

1
Lautes, unregelmäßiges Schnarchen
2
Beobachtete Atemaussetzer
3
Aufwachen mit Luftnot oder Würgen
4
Starke Tagesmüdigkeit trotz ausreichend Schlaf
5
Morgendliche Kopfschmerzen
6
Konzentrationsprobleme
7
Trockener Mund beim Aufwachen
8
Nächtliches Schwitzen
9
Häufiger Harndrang nachts

Ursachen

  • Übergewicht und Adipositas
  • Anatomische Besonderheiten (enger Rachenraum)
  • Alter (Risiko steigt ab 40)
  • Männliches Geschlecht
  • Alkoholkonsum vor dem Schlafen
  • Rauchen
  • Genetische Veranlagung
  • Bestimmte Medikamente

Behandlung

CPAP-Therapie

Continuous Positive Airway Pressure - eine Atemmaske hält die Atemwege durch leichten Überdruck offen. Goldstandard der Behandlung.

Wirksamkeit: Sehr hoch - Erstlinientherapie

Gewichtsreduktion

Bei übergewichtigen Patienten kann eine Gewichtsabnahme von 10-15% die Apnoe-Schwere um bis zu 50% reduzieren.

Wirksamkeit: Hoch bei Übergewicht

Unterkieferprotrusionsschiene

Eine zahnärztlich angepasste Schiene schiebt den Unterkiefer nach vorne und hält so die Atemwege offen.

Wirksamkeit: Mittel bis Hoch bei leichter bis mittlerer OSA

Lagetherapie

Vermeidung der Rückenlage durch spezielle Kissen oder Westen bei lageabhängiger Schlafapnoe.

Wirksamkeit: Mittel - bei lageabhängiger Apnoe

Operation

Verschiedene chirurgische Eingriffe zur Erweiterung der Atemwege, z.B. UPPP oder Zungenschrittmacher.

Wirksamkeit: Variabel - nach individueller Indikation

Risikofaktoren

BMI > 30Halsumfang > 43 cm (Männer) / > 38 cm (Frauen)Männliches Geschlecht (2-3x höheres Risiko)Alter über 50 JahreFamiliäre VorbelastungRauchenAlkohol- und Beruhigungsmittel

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • Partner beobachtet Atemaussetzer
  • Lautes Schnarchen mit Pausen
  • Extreme Tagesmüdigkeit
  • Einschlafen am Steuer oder bei der Arbeit
  • Morgendliche Kopfschmerzen
  • Hoher Blutdruck

Quellen

  • [1] Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)
  • [2] S3-Leitlinie "Schlafbezogene Atmungsstörungen"
  • [3] American Academy of Sleep Medicine

Autor

Dr. med. Sarah Weber

Schlafmedizinerin

Dr. Weber ist Fachärztin für Neurologie mit Schwerpunkt Schlafmedizin.

Medizinisch geprüft

Prof. Dr. Michael Schulz

Chefarzt Schlafmedizin

Prof. Schulz leitet das Schlaflabor der Universitätsklinik München.

Aktualisiert: 29. Januar 2026