Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Schlafstörungen oder gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Schlafmediziner.

Restless Legs Syndrom (RLS)

Das Restless Legs Syndrom verursacht einen unkontrollierbaren Bewegungsdrang der Beine, besonders abends.

Dr. med. Sarah Weber
Geprüft: Prof. Dr. Michael Schulz
Aktualisiert: 29.1.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • 8 typische Symptome
  • • Behandelbar durch 4 verschiedene Therapieansätze
  • • Bei anhaltenden Beschwerden: Arztbesuch empfohlen

Das Restless Legs Syndrom (RLS), auch Willis-Ekbom-Krankheit genannt, ist eine neurologische Erkrankung, die etwa 5-10% der Bevölkerung betrifft. Charakteristisch ist ein quälender Bewegungsdrang der Beine, der vor allem in Ruhe und abends auftritt.

Was ist das Restless Legs Syndrom?

Beim RLS verspüren Betroffene unangenehme Empfindungen in den Beinen - Kribbeln, Ziehen, Brennen oder das Gefühl, dass etwas unter der Haut kriecht. Dieses Gefühl lässt sich nur durch Bewegung lindern.

Auswirkungen auf den Schlaf

Da die Symptome typischerweise abends und nachts auftreten, ist das Einschlafen stark erschwert. Viele Betroffene leiden unter: - Schwierigkeiten beim Einschlafen - Häufigem Aufstehen nachts - Chronischem Schlafmangel - Starker Tagesmüdigkeit

Symptome

1
Unkontrollierbarer Bewegungsdrang der Beine
2
Missempfindungen (Kribbeln, Ziehen, Brennen)
3
Symptome verstärken sich in Ruhe
4
Symptome verstärken sich abends/nachts
5
Linderung durch Bewegung
6
Unwillkürliche Beinbewegungen im Schlaf (PLMS)
7
Schwere Einschlafstörungen
8
Tagesmüdigkeit

Ursachen

  • Genetische Veranlagung (40-60% familiär)
  • Eisenmangel
  • Nierenerkrankungen
  • Schwangerschaft
  • Parkinson-Krankheit
  • Polyneuropathie
  • Bestimmte Medikamente (Antidepressiva, Antihistaminika)

Behandlung

Eisensubstitution

Bei Eisenmangel (Ferritin < 75 µg/l) kann Eisensupplementierung die Symptome deutlich verbessern.

Wirksamkeit: Hoch bei Eisenmangel

Dopaminagonisten

Medikamente wie Pramipexol oder Ropinirol sind oft wirksam, können aber bei Langzeitanwendung zu Augmentation führen.

Wirksamkeit: Hoch, aber Vorsicht bei Langzeittherapie

Alpha-2-Delta-Liganden

Gabapentin oder Pregabalin sind Alternativen, besonders bei schmerzhaften RLS-Formen.

Wirksamkeit: Mittel bis Hoch

Lifestyle-Maßnahmen

Regelmäßige moderate Bewegung, Vermeidung von Koffein und Alkohol, Wärme- oder Kälteanwendungen.

Wirksamkeit: Gering bis Mittel - unterstützend

Risikofaktoren

Familiengeschichte von RLSEisenmangelChronische NierenerkrankungSchwangerschaft (besonders 3. Trimester)PolyneuropathieHöheres Alter

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • Regelmäßige Schlafstörungen durch Beinunruhe
  • Symptome mehrmals pro Woche
  • Beeinträchtigung der Lebensqualität
  • Extreme Tagesmüdigkeit

Quellen

  • [1] Deutsche Restless Legs Vereinigung
  • [2] Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN)
  • [3] European RLS Study Group

Autor

Dr. med. Sarah Weber

Schlafmedizinerin

Dr. Weber ist Fachärztin für Neurologie mit Schwerpunkt Schlafmedizin.

Medizinisch geprüft

Prof. Dr. Michael Schulz

Chefarzt Schlafmedizin

Prof. Schulz leitet das Schlaflabor der Universitätsklinik München.

Aktualisiert: 29. Januar 2026