Schlafwissen

Schlafphasen erklärt: REM, Tiefschlaf & Schlafzyklen

Verstehen Sie die verschiedenen Schlafphasen und wie sie Ihre Erholung beeinflussen.

Dr. med. Sarah Weber
29.1.2026
10 Min. Lesezeit

Unser Schlaf ist alles andere als ein gleichförmiger Zustand. Jede Nacht durchlaufen wir mehrere Schlafzyklen mit verschiedenen Phasen - jede mit einer wichtigen Funktion für Körper und Geist.

Die Schlafarchitektur

Ein vollständiger Schlafzyklus dauert etwa 90 Minuten. Pro Nacht durchlaufen wir 4-6 dieser Zyklen. Jeder Zyklus besteht aus:

  1. Leichtschlaf (N1 + N2)
  2. Tiefschlaf (N3)
  3. REM-Schlaf

Phase 1: Einschlafphase (N1)

Dauer: 5-10 Minuten

Die Einschlafphase ist der Übergang vom Wachsein zum Schlafen. In dieser Phase:

  • Werden die Muskeln entspannter
  • Verlangsamen sich Herzschlag und Atmung
  • Können hypnagoge Zuckungen auftreten
  • Ist man leicht zu wecken

Phase 2: Leichter Schlaf (N2)

Dauer: 45-55% der Gesamtschlafzeit

Der leichte Schlaf ist die dominierende Schlafphase. Hier passiert:

  • Körpertemperatur sinkt
  • Herzfrequenz verlangsamt sich weiter
  • Schlafspindeln im EEG (wichtig für Gedächtnis)
  • Man ist noch relativ leicht zu wecken

Phase 3: Tiefschlaf (N3)

Dauer: 15-25% der Gesamtschlafzeit

Der Tiefschlaf ist die erholsamste Phase. Hier geschieht:

  • Körperliche Regeneration
  • Wachstumshormon-Ausschüttung
  • Immunsystem-Stärkung
  • Gewebereparatur
  • Schwer zu wecken (Schlaftrunkenheit bei Weckung)

Wichtig: Tiefschlaf nimmt mit dem Alter ab

Während Kinder 20-25% ihrer Schlafzeit im Tiefschlaf verbringen, sind es bei über 60-Jährigen oft nur noch 5-10%.

REM-Schlaf (Traumschlaf)

Dauer: 20-25% der Gesamtschlafzeit

REM steht für "Rapid Eye Movement" - schnelle Augenbewegungen. In dieser Phase:

  • Finden die meisten lebhaften Träume statt
  • Ist der Körper gelähmt (REM-Atonie)
  • Werden Erinnerungen konsolidiert
  • Verarbeitet das Gehirn Emotionen
  • Ist die Gehirnaktivität ähnlich dem Wachzustand

Der ideale Schlafzyklus

Ein optimaler Nachtschlaf von 7-8 Stunden umfasst etwa 5 Schlafzyklen:

| Zyklus | Tiefschlaf-Anteil | REM-Anteil | |--------|-------------------|------------| | 1 | Hoch | Niedrig | | 2 | Hoch | Niedrig | | 3 | Mittel | Mittel | | 4 | Niedrig | Hoch | | 5 | Sehr niedrig | Sehr hoch |

Schlafphasen optimieren

Für mehr Tiefschlaf:

  • Regelmäßige körperliche Aktivität
  • Kühles Schlafzimmer (16-18°C)
  • Vermeidung von Alkohol
  • Regelmäßige Schlafzeiten

Für mehr REM-Schlaf:

  • Ausreichend Gesamtschlafzeit (REM steigt gegen Morgen)
  • Stress reduzieren
  • Keine Schlafmittel (unterdrücken REM)
  • Aufwachen ohne Wecker wenn möglich
SchlafphasenREM-SchlafTiefschlafSchlafzyklen

Geschrieben von

Dr. med. Sarah Weber

Schlafmedizinerin

Dr. Weber ist Fachärztin für Neurologie mit Schwerpunkt Schlafmedizin.

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Aktualisiert: 29. Januar 2026